Dienstag, 07 Februar 2017 04:19

Verbandsversammlung beschließt Reform der MMM

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Zentrales Thema der Verbandsversammlung des Schach-Bezirksverbands München am 04.02.2017 war die umfassende Neuorganisation der Münchner Mannschaftsmeisterschaft. Hierzu lagen der Versammlung entsprechende Anträge der Arbeitsgruppe „MMM-Reform“ vor.

Der Verbandsausschuss hatte die Arbeitsgruppe im November 2015 eingerichtet, da es immer wieder zu verschiedenen Veränderungsvorschlägen bezüglich der MMM gekommen war. Nach über einem Jahr intensiver Arbeit unter Beteiligung der überwiegenden Mehrheit der 35 dem Bezirksverband angehörenden Vereine stand nunmehr die Entscheidung über die Reform der MMM an, die ab der Saison 2017/2018 (also noch nicht für die unmittelbar bevorstehende MMM 2017) gelten soll.

27 der 35 Vereine des Bezirksverbandes nahmen in diesem Jahr an der Versammlung  teil. Entsprechend der jeweiligen Mitgliederzahlen vereinigten diese 27 Vereine 110 von 122 Stimmen auf sich. Anwesend waren ferner 12 stimmberechtigte Mitglieder des Verbandsausschusses mit je einer Stimme.

Nach einer Präsentation der wesentlichsten inhaltlichen Veränderungen und der am häufigsten artikulierten Argumente „pro“ und „contra“, sowie der daran anschließenden Wortmeldungen, kam es zu den mit Spannung erwarteten Abstimmungen zu den einzelnen Antragspaketen. Dabei ergaben sich für drei der vier Antragspakete mit den hauptsächlichen inhaltlichen Veränderungen teils deutliche Mehrheiten. Lediglich in einem Fall entschied sich die Versammlung gegen einen Antrag der Arbeitsgruppe. Im Einzelnen:


Antrag A: Spieltermine und Staffelgröße

Angenommen mit 63 Ja- gegen 53 Nein-Stimmen

Eine der gravierendsten Veränderungen ist mit Sicherheit die Umstellung des Zeitplans der MMM. Bisher fand die MMM immer in einem kompakten 9-Wochen-Zeitraum um die spielfreien Osterferien herum statt. Künftig wird der Spielplan terminlich entzerrt und an der Saison der Bayerischen Mannschaftsmeisterschaft orientiert. Damit wird die MMM künftig im Oktober beginnen und bis April laufen. Die neue Terminwahl erleichtert in vielen Fällen die Organisation und reduziert den Effekt von krankheits- oder urlaubsbedingten Ausfällen, die bei dem bisherigen wöchentlichen Rhythmus oft mehrere Runden am Stück betrafen.

Auch für die Teilnahme von Jugendlichen an der MMM bestehen jetzt verbesserte Voraussetzungen, da die MMM künftig nicht mehr vollständig in die üblichen Prüfungszeiträume im März und April fällt.

Die zeitliche Streckung der MMM ist verbunden mit einer Aufstockung der Staffeln von derzeit maximal 8 Mannschaften auf nunmehr maximal 10 Mannschaften. Das bedeutet, dass künftig zwei Runden mehr gespielt werden können.

Neben diesen von einer Mehrheit der Versammlung gesehenen Vorteilen gab es auch kritische Stimmen hinsichtlich der Veränderung des Zeitplans. Insbesondere wird dadurch in mehreren Vereinen die Umstellung von Vereinsturnieren unumgänglich sein, die vielfach derzeit im Herbst stattfinden. Hier sieht sich der Verbandsausschuss mit dem neu gewählten 1. Vorsitzenden in der Pflicht, die Vereine bestmöglich zu unterstützen, etwa durch besondere Rücksichtnahme bei der Terminierung weiterer Verbandsturniere.


Antrag B: Neue E-Klasse
Angenommen mit 94 Ja- gegen 5 Nein-Stimmen

Etwas Neues gibt es auch für den unteren Spielstärkebereich, und zwar eine am Bedarf an einer „Freizeitliga“ orientierten neuen E-Klasse unterhalb der bestehenden D-Klasse. Neu in die MMM einsteigende Mannschaften können sich künftig entscheiden, ob sie in der D-Klasse oder E-Klasse beginnen möchten. Zwischen beiden Klassen gibt es ansonsten aber auch Auf- bzw. Abstieg. Noch offen war die Frage, mit welcher Mannschaftsstärke in der E-Klasse gespielt werden soll. Zur Auswahl standen 6er-, 5er- oder 4er-Mannschaften. Mit 101 Ja-Stimmen entschied sich die Versammlung einhellig und ohne Gegenstimme für die 4er-Mannschaften.


Antrag C: Kadernominierung und Mannschaftsaufstellung
Angenommen mit 96 Ja- gegen 25 Nein-Stimmen

Grundlegend verändert wird auch die Systematik der Nominierung der Mannschaften vor Saisonbeginn. Waren bisher nur die Stammspieler vor der Saison zu nominieren, müssen jetzt Stamm- und Ersatzspieler benannt werden. Damit folgt die MMM künftig dem gleichen Modell wie in Deutschland fast durchgängig und unter anderem auch in den Bayerischen Ligen üblich. Für etwas mehr Flexibilität als in den übergeordneten Ligen sorgt die Möglichkeit von Nachnominierungen, die eine Vervollständigung der Ersatzspielerliste auf bis zu zwei Positionen (Bezirksliga, A-, B- und C-Klasse) bzw. auf bis zu sechs Positionen (D- und E-Klasse) im Saisonverlauf erlaubt.

Auch die Mannschaftsaufstellung am Spieltag unterliegt künftig etwas stringenteren Regeln. So ist es insbesondere nicht mehr möglich, den Wettkampf zu beginnen, ohne eine vollständige Mannschaftsaufstellung abzugeben. Auch das „Springen“ von Ersatzspielern an ein beliebiges Brett gehört ab der Saison 2017/18 der Vergangenheit an. Die durch die Nominierungsliste gegebene Brettreihenfolge der jeweils eingesetzten Spieler ist verbindlich.


Antrag D: Zwei Mannschaften eines Vereins in einer Liga
Abgelehnt mit 44 Ja- gegen 66 Nein-Stimmen

Besonders kontrovers wurde im Vorfeld der Versammlung auch die Frage diskutiert, ob es künftig möglich sein soll, dass zwei Mannschaften eines Vereins in derselben Staffel spielen können. Dies war bisher schon von der B-Klasse abwärts möglich. Letztlich entschied sich die Versammlung dagegen, dies künftig auch in Bezirksliga und A-Klasse zuzulassen.


Arbeitsgruppe bleibt weiter aktiv

Zweifelsohne ist die Reform der MMM mit der Beschlussfassung durch die Verbandsversammlung nicht abgeschlossen. In den folgenden Monaten wird es darauf ankommen, einen geordneten Übergang vom alten auf das neue System zu gewährleisten. Dazu wird die Arbeitsgruppe „MMM“ des Verbandsausschusses ihre Arbeit fortsetzen. Nächste zentrale Aufgabe der Arbeitsgruppe ist die Unterstützung der Vereine bei der Umstellung auf das neue System. Ferner gibt es eine Reihe von Anregungen mehrerer Vereine, die in der aktuellen Reform noch keinen Niederschlag gefunden haben. Hier gibt es durchaus das Potential, die vorliegenden Gedanken weiter zu vertiefen.

Neben der Arbeitsgruppe „MMM“ wird es ab sofort eine weitere Arbeitsgruppe „Spielbetrieb“ geben. Vordringlichste Aufgabe ist hier die Gestaltung eines Terminplans für die übrigen Verbandsturniere. Dazu kommen schon seit längerem in der Warteschleife befindliche Anregungen, etwa zur Organisation von Verbandsturnieren (Ausrichtersuche, Überarbeitung der Ausschreibungen) oder auch zum Umgang mit Regelverstößen („E-Betrug“, Sanktionen etc.).

Beide Arbeitsgruppen sollen gemischt besetzt werden, das heißt, sowohl Mitglieder des Verbandsausschusses als auch Vereinsvertreter umfassen. Interessenten aus den Vereinen werden gebeten, sich möglichst umgehend mit dem 1. Vorsitzenden des Bezirksverbandes in Verbindung zu setzen.

 

Gelesen 1134 mal Letzte Änderung am Dienstag, 07 Februar 2017 04:28
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